Evangelische Gemeinde A.u.H.B. Klosterneuburg
Gemeindeblatt 2003-2
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Wie ein Strauß von Feldblumen

Berichte aus den verschiedenen Arbeitsgebieten unserer Gemeinde

 
Vom Orgeln...

Persönliche Organistengedanken
Seit 1985 sind Christian Bauer & Christian Stiegler die "Dom-Organisten von St. Rumpl" - wie Julian oft zu scherzen beliebt. Als Antwort hört er dann meist "Euer Hochmerkwürden"... Es ist schon etwas Besonderes, dieses "Amt" innezuhaben. Und es macht sehr viel Freude.

Wie kommt man zu so einem Hobby?
Nachdem meine Eltern sich im Wiener Singverein kennen gelernt hatten und ich mit 8 Jahren zu meinem Vater auf die Orgelempore durfte, waren die Grundsteine gelegt. Mit ca. 12 Jahren stieg ich vom Akkordeon gleich zum Orgel-Unterricht um - damals noch in Norddeutschland. Zu Ostern 1980 zog die Familie Bauer dann nach Klosterneuburg. Ich kann mich noch gut an Sonny Audétat erinnern, als sie auf meine Anfrage, im evang. Pfarrheim Orgel üben zu dürfen, nur auf ein Harmonium verweisen konnte. Allerdings wusste sie schon vom Orgel-Neubau, der 1983 vollendet wurde.

Unterricht & Weiterbildung
Eine Person hat sowohl Stiegler als auch mich äußerst nachhaltig geprägt: Walter Gutdeutsch (Sohn von Rolf), der damalige Organist und "Kindermusiker". Seine herzliche & engagierte Art, das Musikverständnis in all seinen Facetten weiter zu geben, bleibt unvergessen. Mit ihm haben wir begonnen, uns auf das gottesdienstliche Orgelspiel vorzubereiten sowie erste öffentliche Konzerte zu gestalten. Es folgten immer wieder kath. und evang. Kirchenmusik-Kurse sowie reine Orgel-Improvisationswochen, um unser Repertoire und Können zu erweitern.

Der Orgeldienst
Natürlich ist die Vorbereitungszeit für einen Gottesdienst im Lauf der Jahre weniger geworden, da die Gemeindelieder großteils schon "(Finger-)geläufig" sind. Doch die Faszination ist geblieben: Das Spielen vor Publikum (oder eher "hinter", keinesfalls "über"), neue Literatur ausprobieren, hier und da Pfarrer & Gemeinde ein wenig zu provozieren, die Harmonisierung auf den textlichen Inhalt mancher Strophe anpassen, Stimmungen vermitteln etc. Die Musik ist ja DIE internationale Sprache! Sie geht meist ohne Umwege übers Hirn direkt in den Bauch. Jeder "versteht" sie, kein Dolmetscher ist nötig - allerdings können bei "modernen" Stücken doch ein paar erklärende Worte sehr hilfreich sein.

Alternativen?
So erfüllend und vielfältig die Aufgaben eines Organisten auch sind, ist es ebenso wünschenswert, auch andere Formen der gottesdienstlichen Musikbegleitung zu finden. Sehr erfreulich ist die Bereicherung mit anderen Instrumenten wie Gitarre, Flöte und Klavier. Gerade die eher rhythmisch betonten Lieder ("Neues geistliches Lied") eignen sich ideal für eine solche Besetzung. An dieser Stelle seien herzlichst bedankt und weiterhin motiviert: Annette Hagenlocher, Sigrid Herr, Brigitte Pollitt, Barbara Rudroff. Es geht hier nicht um einzelne Auftritte oder gar Konzerte, sondern um einen regelmäßigen Beitrag für das bunte Musikleben in unserer Kirche.

Resümee
Es ist eine schöne und lohnenswerte Aufgabe, Organist in der evang. Gemeinde zu sein. Ich kann Gott nur danken, mir dieses Talent geschenkt zu haben. Und ich hoffe, auch noch als Pensionist alternierend mit Christian Stiegler spielen zu dürfen ;o)

Christian Bauer

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in der evang. Gemeinde:
> wir über uns >musik

 
"Wer singt, der betet doppelt, und wer die Orgel meistert,
so oftmals doppelt betet, wie Menschen er begeistert."

Dieses (Orgel-) Sprichwort trifft sehr genau das Wesen des Orgelspiels. Im Gottesdienst gilt es nicht nur, den Gesang der Gemeinde anzuführen, also Rhythmus und Melodie vorzugeben, sondern auch und vor allem, den Inhalt und den Charakter der Lieder zugänglich zu machen. Es sollte ermöglicht werden, über die Noten und die Worte des Liedtextes "hinauszuhören". Ein Schwingen entsteht, ein gemeinsames Atmen, das sich formt zu einem gesungenen Gebet. Freilich entsteht dieses Gefühl nicht jedes Mal, nicht automatisch, nicht selbstverständlich. Es ist stets etwas Besonderes und in derselben Weise nicht wiederholbar.

Aber die Orgel erklingt auch solistisch. Die Präludien und Zwischenspiele sollen im Gottesdienst zur Auflockerung oder meditativen Besinnung beitragen. Intonationen zu den Chorälen entstehen meist spontan, also improvisatorisch, aber gelegentlich findet sich bei den Vorbereitungen zum Gottesdienst auch eine musikalische Idee, die sich zu einer durchdachten, kleinen "Komposition" ausbauen lässt.

Matineen und Konzerte schließlich bedeuten eine besondere Herausforderung. Die Literaturstücke müssen nicht nur der Orgel angepasst sein und gerade bei der geringen Anzahl an Registern oft mit "trickreichen" Registerkombinationen gespielt werden. Die Chance, die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz für sich alleine bei der Orgelmusik zu haben, ist ein enormer Ansporn für das Bestreben, die eigenen Vorstellungen, das eigene Empfinden für die Musik an andere weiterzugeben.

Jedes Mal, wenn dies gelingt, schafft es in mir ein Gefühl der tiefen Zufriedenheit und Freude.

Christian Stiegler


Inhalt 2003-2

Die Enzyklica

Tauferinnerungs-
kurs

Bruchrechnen

Reise in
die Tiefe

Fotos Gastchor

Was man liebt,
verbirgt man nicht.

Gedanken zur
Konfirmation

Vom Orgeln...

...und Singen

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